Fragestellungen mit denen ich mich befasse
Im Folgenden bekommt ihr einen Einblick in die Schwerpunkte meiner Forschungsarbeit in den letzten Jahren. Dies schließt meine Bachelorarbeit, meine Masterarbeit und zwei Veröffentlichungen mit ein an denen ich (mit-)gearbeitet habe.
Verfahrensgarantien von Menschen mit psycho-sozialem Betreuungsbedarf
In den Jahren 2017 und 2018 hatte ich das große Vergnügen im Ludwig Boltzmann Institut – Menschenrechte in Wien an einem von der Europäischen Union geförderten Forschungsprojekt mitzuwirken. Hieraus entstand u.a. das Handbuch Menschenwürde auf der Anklagebank. Das international angelegte Projekt wurde unter der Leitung von Dr. Barbara Linder durchgeführt.

Abstract
„Menschen mit intellektuellen und psychosozialen Beeinträchtigungen gehören zu den schutzbedürftigsten Gruppen von Verdächtigen und Beschuldigten in Strafverfahren. Sie sind besonders gefährdet kein faires Verfahren zu durchlaufen. Ihre Beeinträchtigung wird oft nicht bzw. nicht rechtzeitig erkannt oder nicht berücksichtigt. Ihre Verfahrensrechte, insbesondere das Recht auf Information, das Recht auf Zugang zu einem Rechtsbeistand und das Recht auf medizinische Unterstützung, vor allem auch während des Freiheitsentzuges, werden häufig nicht entsprechend gewahrt. Das Boltzmann Institut für Menschenrechte widmete sich dieser Problematik gemeinsam mit Projektpartnern aus vier europäischen Ländern, dem Bulgarian Helsinki Commitee in Bulgarien, der League of Human Rights in der Tschechischen Republik, der Organisation Mental Health Perspectives in Litauen und dem Peace Institute in Slowenien. In einem zweijährigen (2016-2018) von der Europäischen Kommission ko-finanzierten Pilotforschungsprojekt wurde die Umsetzung der EU-Empfehlung über Verfahrensgarantien in Strafverfahren für verdächtige oder beschuldigte schutzbedürftige Personen (2013/C 378/02) erhoben.Die Bestimmungen der Empfehlung sollen ein faires Verfahren für schutzbedürftige Menschen sicherstellen. An oberster Stelle steht dabei die Forderung, dass sie das Verfahren verstehen und effektiv daran teilnehmen können. Der Fokus des Projekts lag auf dem Strafverfahren, das heißt dem Zeitraum vom Anfangsverdacht bis zum rechtskräftigen Urteil. Die Strafhaft oder Unterbringung im Maßnahmenvollzug sind somit nicht erfasst, sehr wohl aber die Untersuchungshaft, die vorläufige Anhaltung und die vorläufige Unterbringung. Ziel des Projekts war es, die Verfahrensrechte von verdächtigen und beschuldigten Personen mit intellektuellen und psychosozialen Beeinträchtigungen im Strafverfahren durch mehr Bewusstsein, erhöhte Kompetenz und eine bessere Vernetzung der beteiligten Akteure zu stärken. Das im Projekt erarbeitete Handbuch „Menschenwürde auf der Anklagebank“ basiert auf einer breiten Einbeziehung von Betroffenen und am Strafverfahren beteiligten Berufsgruppen. Dadurch konnten systemimmanente Probleme identifiziert und Erfahrungen von Betroffenen aus erster Hand mit einbezogen werden. Es soll einen praxisorientierten Beitrag leisten, welcher das Bewusstsein für die Herausforderungen von Menschen mit intellektuellen und/oder psychosozialen Beeinträchtigungen im Strafverfahren schärft und Empfehlungen sowie praktische Hilfsmittel bereitstellt. Die Ergebnisse und Empfehlungen des Projekts wurden im Handbuch „Menschenwürde auf der Anklagebank“ zusammengefasst und auf der internationalen Konferenz am 25. Juni 2018 in Wien vorgestellt.“
Arbeitsmotivation von Fachkräften der Sozialen Arbeit
Im Jahr 2014 schrieb ich meine Masterarbeit, um damit mein Studium in Klinischer Sozialarbeit an der FH Campus Wien abzuschließen. Titel der Arbeit ist „Motivationsprozesse in der Sozialarbeit„. Die Arbeit wurde von Prof.(FH) Mag.(FH) Dr. Roland Fürst, DSA (Studiengangsleiter des Sozialarbeitsstudiengangs der FH Burgenland) betreut. Die zentralen Ergebnisse meiner Forschung veröffentlichte ich einen Artikel mit dem Titel „Motivationsprozesse in der Sozialarbeit“ in der Fachzeitschrift SIÖ.

Lernbehinderung bei Jugendlichen
Im Jahr 2012 schrieb ich an der DHBW meine Bachelorarbeit zum Thema „Lernbehinderung bei Jugendlichen – ein belastungsintensives Leben„. Die Arbeit wurde von Herrn Prof. Dr. Jürgen Burmeister betreut und mit dem Karl-Josef-Erhanrd Preis (beste Bachelorarbeit der Fakulät Sozialwesen) ausgezeichnet.

Abstract
Menschen mit Behinderung, ein vielschichtiges Thema, mit dem sich verschiedene Wissenschaftsdisziplinen befassen. Mediziner, Soziologen, Psychologen, Pädagogen, Juristen und Politiker beschäftigen sich eingehend mit dieser Personengruppe. Verfolgt man die öffentlichen Diskussionen, stößt man schnell auf zahlreiche ungelöste Problemstellungen, die das Leben von Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft betreffen. Im Laufe der letzten Jahre sind Menschen mit Behinderung und ihre Teilhabe am öffentlichen Leben durch die Erlassung diverser Gesetze auf Bundesebene vermehrt in den Fokus der Öffentlichkeit gelangt. Geprägt und geleitet wurde dieser Prozess auch von der UN-Konvention aus dem Jahr 2009, welche die Inklusion von Menschen mit Behinderung zum Ziel hat. Der Begriff der Lernbehinderung findet in diesen Debatten, verglichen mit der körperlichen und geistigen Behinderung, jedoch oft weniger Beachtung, wenngleich 43,7 % der jungen Menschen mit Behinderung diese Art der Beeinträchtigung aufweisen und diese, ähnlich wie Menschen mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung, in ihrem Alltag und ihrer Teilhabe am öffentlichen Leben benachteiligt sind. Am deutlichsten werden die Probleme und Schwierigkeiten, welche durch die Lernbehinderung entstehen, im schulischen Bereich. Für Pädagogen bedeutet sie im Rahmen ihrer Lehrtätigkeit eine große Herausforderung, da es betroffenen Jugendlichen sehr schwer fällt, neue Inhalte zu erfassen und dauerhaft zu behalten. Der Schulalltag dieser jungen Menschen ist mit sehr viel Frustration verbunden, da er häufig von Misserfolgserlebnissen geprägt ist. Betrachtet man die Forschungen in diesem Bereich jedoch genauer, wird schnell klar, dass sich diese Art der Behinderung nicht nur auf die schulischen Leistungen der Klientel auswirkt, sondern auch auf deren Lebenswelt und Persönlichkeit. Einer der Gründe hierfür ist in der Bedeutsamkeit der „Schule als Umwelt“ von Kindern und Jugendlichen zu sehen. Im Rahmen dieser Arbeit sollen die unterschiedlichen Belastungsfelder und Probleme, die durch eine Lernbehinderung in den verschiedenen Lebensbereichen (Beruf, Freizeit und Familie) entstehen, dargestellt und ihre Auswirkungen auf das Individuum und dessen Lebenswelt erörtert werden. Die Fragen, denen in diesem Zusammenhang nachgegangen werden soll, lauten wie folgt: Wirkt sich eine Lernbehinderung auf die Lebenswelt der Personengruppe aus? Wie wirkt sich die Behinderung auf die Persönlichkeit des Betroffenen aus? Welche Konsequenzen hat die Diagnose „Lernbehinderung“ für Familien? Wie sehr kann eine Lernbehinderung das Verhalten von Jugendlichen beeinflussen? In diesem Rahmen soll auch ein Blick auf das oben bereits kurz angesprochene Ziel der Inklusion von Menschen mit Behinderung geworfen werden. Die Intention dabei ist es, den Begriff Inklusion kritisch zu betrachten und ihn in Bezug auf die Forschungsfrage auf seine Sinnhaftigkeit und Umsetzbarkeit zu überprüfen.